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Sieht so aus, als würde ein denkmalwertes Tor per Lkw frei Haus geliefert. Tatsache ist, dass dieses Tor, das Entree zum Bereich der ehem. Abtei St. Maximin, täglich von Lieferanten-Lkws durchfahren wird. Besorgen Sie sich die Anlieferungszeiten und Sie können das Schauspiel verfolgen, wie die Lkws Millimeter für Millimeter förmlich durchkriechen. Und hie und da geht’s auch nicht ohne Schrammen, am Lkw und am Denkmal.

 

Foto AP

 

Eigentlich ein unhaltbarer Zustand! Handelt es sich doch um ein denkmalgeschütztes Bauwerk, immerhin dem barocken Baumeister Christian Kretschmar zuzuschreiben (dem Erbauer der Mettlacher Benediktinerabtei, heute V&B). Der Torbogen zeigt im oberen Bereich ein Abtswappen mit dem doppelköpfigen schwarzen Adler, dem Wappentier der Maximiner.

Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt: mitten im Wohn- und Schulviertel liegt ein Lebensmittel- und Getränkegroßhändler, einzige Zufahrt über die Maximinerstraße dur

ch das besagte Tor. Die Straße dahinter gehört gleich mehreren Eigentümern, weshalb sich auch keiner darum kümmert und so sieht sie auch aus. Die angedachten Lösungen durch Verlegung des Betriebes in einen der angesehenen Industrieparks oder eine Änderung der Zufahrtsmöglichkeit bleiben seit Jahren ohne Erfolg.

Dabei hätten alle nur Vorteile: der Betrieb durch zeitsparende und damit wirtschaftlichere Z

u- und Abfahrten, die benachbarte Schule durch einen beruhigten und weniger gefährdeten Außenbereich, die Fußgänger auf ihrem Weg aus dem Bereich Pa

ulinstraße quer durch zum Bahnhof und das Tor in frischer Luft und ohne Ängste vor den vorbei schrappenden Lkws.

Synergieeffekte nennt man das heute. (AP)

 

 

Schau mal! Was sehen Sie? Nein, nicht der großflächige Putzschaden, schauen Sie genau hin!

Glas! In bunten Farben, genauer gesagt, Glascontainer in bunten Farben.

Die Bleiverglasungen der im gotischen Stil geformten Lanzett-Drillingsfenster dahinter können wir leider nicht sehen.

 

Fetzenreich Dez14 Foto CK

 

Diese Fenster gehören zu dem Mittelteil des heutigen Hauses Fetzenreich am Rindertanzplatz, einem aus mehreren Gebäuden bestehenden ehemaligen Stadthof, dessen Teilbereiche bis auf 600 Jahre rückdatierbar sind. Immerhin: Die Container reihen sich mehr oder minder harmonisch in die für die Renaissance typischen horizontalbetonten Fensterflächen der Fassade ein.

 

Auf Nachfrage bei der A.R.T. Trier heißt es, dass ihnen und den Zuständigen des Ortsbezirks sowie der Stadt durchaus bewusst sei, dass der Platz für die Glascontainer unglücklich sei.

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Einen Adventskalender besonderer Art kann man in Kernscheid bewundern.

 

Fenster beschnittenKernscheid Adventskalender 2014

 

 Seit drei Jahren organisiert Elke Kretzer dort in Zusammenarbeit mit ansässigen Familien und der KiTa St. Katharina den erlebbaren Adventskalender. 24 Tage lang laden weihnachtlich geschmückte Fenster zum Bestaunen, Verweilen und gesellschaftlichem Beisammensein ein. Manchmal gibt es Glühwein und Plätzchen, manchmal wird ein Gedicht vorgelesen oder gesungen. Am Nikolaustag wird gemeinsam ein Baum geschmückt.

 

„Manch ein Kernscheider hat hier schon die ein oder andere Bekanntschaft mit Nachbarn gemacht, die er wohl sonst nicht gemacht hätte“ stellt Elke Kretzer erfreut fest.

 

Advent, hergeleitet von dem lateinischen adventus, der Ankunft (des Herrn), kann hier wörtlich genommen werden. Nachbarn und auch „Nicht Nachbarn“ sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen und teilzuhaben, wenn sich täglich ein anderes Fenster öffnet.

Ein schönes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements.

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...nein, das natürlich nicht, denn alle Züge am Bahnhof Trier-Ehrang haben schließlich ein Ziel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto JF)

 

Aber es führt ein Weg nach nirgendwo. Zumindest seit Abbruch und (provisorischer) Erneuerung der sogenannten Pfeiffersbrücke im letzten Jahr. Denn wie die Brücke musste auch der von ihr zur Ehranger Straße führende Fußgängersteg wegen starker Schäden demontiert werden. Anders als die dem Autoverkehr dienende Brücke selbst jedoch ersatzlos, so dass sein Treppenaufgang seither ins Nirgendwo führt, auch wenn er während des Wahlkampfs für die Trierer OB-Wahl noch als Träger für ein einsames Plakat diente.

Der Ersatz des Fußgängersteges ist dabei ungewiss- eine Initiative von Ehranger Bürgern und des dortigen Ortsbeirates möchte dies zwar erreichen, doch die für den Bau Verantwortlichen sehen die Sache wohl pessimistischer: Das sorgfältig lackierte Geländer, das als Sperre am oberen Ende der ins Nichts führenden Treppe montiert wurde ist jedenfalls sorgfältig lackiert und damit für einige Jahre vor Rost geschützt.

Wie lange aber der aus verschiedenfarbigem Sandstein errichtete und in Jugendstilformen gestaltete Treppenaufgang erhalten bleiben würde wenn er endgültig keine Funktion mehr hätte, ist fraglich.

 

Auch wenn der Treppenaufgang sicher nicht ein so bedeutendes Denkmal ist wie der nahgelegene, auch nicht gerade gepflegte Ehranger Bahnhof (sein Architekt, Julius Carl Raschdorff sollte später den Berliner Dom entwerfen), so wäre es doch wünschenswert, ihn zu erhalten - damit in Zukunft auch für Fußgänger der Weg nicht mehr ins Nirgendwo führt. (JF)

 

„Neubau statt Sanierung“ das ist kein neues Theaterstück, das sind ernst gemeinte Voten für den Umgang mit dem Theatergebäude. Sie sind immer lauter zu hören. Und von München schallt das Echo – natürlich – gleichlautend zurück (Dr. Kindermann).

Aber mal langsam. In Trier wurde schon einmal etwas auf die Schnelle kaputt gerechnet – und dann war die Treveris weg! Und ganz so schlecht ist der Theaterbau ja auch nicht: 1964 nach einem preisgekrönten Entwurf von G. Graubner. Zunächst gilt auch hier der philosophische Grundsatz: Im Zweifelsfall hat das Bestehende das Vorrecht! Und Zweifel an den bisher veröffentlichten Zahlen sind  angebracht: 20 Mio Sanierung – 30 Mio Neubau??, zweimal ein Fragezeichen.

Deshalb ein paar Fragen und Gedanken: Gibt es die Kostenberechnung für eine Sanierung und wenn ja, könnte die nicht im Internet stehen, für alle nachvollziehbar? Wie wär’s mit einer kleinen Gruppe unabhängiger Architekten und Ingenieure, die das konstruktiv und energetisch Notwendige und Wünschenswerte einmal einkreisen und sich mit Alternativen herantasten? Was ist an Dispensen von Bauverordnungen möglich?, ein nicht zu unterschätzender Kosten-Senkungs-Faktor. Dazu brauchts natürlich Erfahrung und Mut.   

Die Saarbrücker laden jetzt in einer ähnlich gelagerten Frage (Pingusson-Bau 1954) zu einem zweitägigen Workshop ein,  professionell und inderdisziplinär besetzt, im Gebäude, offen für alle, nachdenken, querdenken, Bürgerbeteiligung pur.

Das wär für Trier noch einzuüben, Bürgerbeteiligung direkt. Einmal war das hervorragend gelungen, 2006 auf der Suche nach Perspektiven für den Bahnhofs- und Maximinbereich.  Leider wanderten die Ergebnisse dann in den Schubladen ganz unten, bei manchem im Papierkorb.

Wär ja noch eine Messlatte für die neuen Oberbürgermeisterkandidaten: Wie halten Sie es mit direkten Bürgerbeteiligungen, Bsp. Theater?

(AP)

 

Theater Trier II Fto Peitz

Foto AP

 

Mit seiner Gründerzeitenbebauung stellt die Ecke Eberhardstraße/Weidegasse in Trier Süd einen Lichtblick städtischer Architekturlandschaft dar. Seit geraumer Zeit wird der in früheren Zeiten von abgestellten Zweirädern dominierte Zwickel durch eine außergewöhnliche Lebenskultur aufgewertet.

Kommt man auf den von einer Linde überdachten Platz, wird man von einem kleinen Kulturraum-Paradies überrascht. Ehemals kahle, kühle Metallstühle laden auf bunten Polstern zum Verweilen ein, ein stoffummantelter Stromkasten animiert zum Büchertausch, eine Hollywoodschaukel beschwingt den Plausch zwischen Nachbarn.

Zu verdanken ist dieses Kleinod der Initiative dreier direkt an dem Platz wohnender Künstler, namentlich Jochen Leuf, Aline Pichon und Toby Urban

Das Phänomen, dass Stadtbewohner es sich vor ihrer Wohnung an der Straße auf Sofas und an Kaffeetischen gemütlich machen, lässt sich auch andernorts sichten. Immer mehr Menschen zieht es nach draußen, gerade an warmen Tagen. So entstehen neue Formen des Zusammenlebens, vergleichbar mit den südlichen Ländern, in denen sich schon immer der Großteil des Lebens außerhalb der vier Wände abspielte.

Und wenn man Glück hat, erlebt man den kleinen Platz in manch warmer Nacht, liebevoll beleuchtet, den Anwohnern die Gelegenheit bietend, gemeinsam bei einem Glas Wein oder einer Flasche Stubbi die lauen Sommernächte vor der Tür zu genießen.

 

Tolle Idee! Mehr davon!

(CK)

 

Linde

 Foto CK

Die Beiträge in "Schau mal" geben die persönlichen Meinungen einzelner Mitglieder des Trier Forum wieder.

 

Goldene Himbeere für ein Leitsystem

 

Die Revitalisierung des Hofes der ehemaligen Post (Baujahr 1879) war eine gute Idee.

 

Doch wieder einmal zieht die Denkmalpflege im Wettbewerb mit wirtschaftlichen Interessen den Kürzeren.

Das neue Leitsystem, das die Besucher in den Hof lenken soll, ist ein Paradebeispiel für unsensiblen Umgang mit historischer Bausubstanz. Nicht nur, dass die Hofeinfahrt formalästhetisch zerstört wurde, die Verankerungen der über die gesamte Länge gehenden Verschalung ist an dem Gebäude montiert, so dass sogar ein direkter Eingriff in die Bausubstanz vorgenommen wurde. Frontal betrachtet nimmt sich die Konstruktion noch relativ gut zurück. Geht man jedoch nur einen kleinen Schritt zur Seite, offenbart sich eine blockhafte Vorsatzschale, die keine Rücksicht auf die historische Bauform nimmt. Und wohl immer noch nicht auffällig genug stehen diverse mobile Reiter der manipulativen Wegführung für die Fußgänger helfend zur Seite.

 

Die Bedenken des Denkmalbeirates der Stadt Trier wurden seitens der Verantwortlichen ignoriert.

 

Gäbe es eine goldene Himbeere für unsensiblen Umgang mit historischer Bausubstanz, so würde ich das „Leitsystem“ des Entréebereiches des neuen Posthofes nominieren.(CK)

 

Foto CK

Die Kaiserthermen und ihr Gegenüber in der Weberbach

 

Die Thermen verdienen ihr Alleinstellungsmerkmal, das antike Backsteinmauerwerk. Und die Trierer sind mit Recht stolz darauf. Schade nur, dass man Gegenüber so was Ähnliches versucht, so auf römisch macht. Wie so ein Flirt, eine Anbiederung. Aber ohne den Reiz des Besonderen. Dabei ist die eigentliche Stahl-Glas-Fassade des Gebäudes der Bundespolizei sehr ansehnlich, richtig gut – nur leider im wörtlichen Sinne verhäkelt mit dem Backsteinstrickmuster.

Nun ist zu befürchten, dass das so weiter geht. Im TV vom 22. April war zu lesen: „Auch die Fassaden (‚der anschließenden Wohnbebauung’ d.Verf.) sollen an Material und Struktur des Nachbarhauses angeglichen werden“. Trier macht auf römisch. Und nimmt damit den authentischen Originalen ihre Besonderheit.

Schade! Sollten die Verantwortlichen darüber nicht noch einmal nachdenken?

(AP)

 

Weberbach Präsidium Bundespolizei

Foto AP

 

Beim Warenhaus RATIO am Verteilerring ist ein zweigeschossiges Parkdeck entstanden. Ist doch prima – oder?. Das hat etwas zu tun mit den gleichzeitig in Trier anstehenden Bemühungen um das Thema: Trier – die Stadt am Fluss.

Städte am Fluss zeichnen sich dadurch aus, dass man stadtseitig wohnt und flussseits eben den Fluss und die Landschaft am Fluss erlebt. Vor allem die parallel zum Fluss längsgerichteten Gebäude widersprechen diesem Prinzip und führen zur Gasse. Im Norden der Stadt - ausgerechnet als Entrée in die älteste Stadt Deutschlands – ist diese Gassenbildung jetzt um 120 m länger geworden, mit dem schon ca 330 m langen RATIO- Bau einfach zu lang, zu viel.

In Zukunft also acht geben. Da kommt ja in Richtung Stadt noch einiges. Quer zum Fluss! Durchblicke lassen! Oder flussseits gar nicht bauen – müsste zur Devise werden, wenn man Stadt am Fluss will.  

 

Übrigens: eine einfache Methode, um eine Stadt oder Orte in einer Stadt auotofrei zu halten: wo kein Parkplatz angeboten wird, fahr ich mit dem eigenen Auto gar nicht erst hin.

 

AP

 

450 m lang ist die Trennung zwischen Stadt und Fluss

Saarstraße zwischen Hausnummer 71 und 73.

Genau auf der Grundstücksgrenze hängt ein Kruzifix. Der rechte Arm des Gekreuzigten greift nach Hausnr. 71, der linke nach Nr. 73.

Das Haus Nr. 71 wurde abgerissen. Der Unternehmer hat mit deutscher Präzision abgerissen und den Heiland geteilt, Kopf ab, Arm ab ... spätes zweites Martyrium. Inzwischen ist das Haus Nr. 71 neu aufgebaut und siehe, die Tat ist geheilt, das Kruzifix ist wieder ein ganzes. Ein kleines Geschenk zur Weihnacht oder ein verfrühtes zu Ostern. Resurrexit! - und eine denkmalpflegerische Leistung auch. Danke!

(AP)

 

Der halbe Heiland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Saarstr. 71

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos AP

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Die Welt ist wieder in Ordnung