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Architektenwettbewerb nicht infrage stellen

Überraschung und Bescherung zur Weihnacht mit dem Antrag der Grünen, das Theater Trier unter Denkmalschutz zu stellen. Die Realität sieht etwas anders aus. Schon vor und während des vom Trier Forum und des Vereins baukultur trier in 2018/2019 durchgeführten Workshops war festzustellen: das Theater steht nicht unter Schutz und die Oberste Denkmalpflege hatte sich dagegen entschieden, dies zu veranlassen.

Auf dem Boden dieser Tatsache haben die am Theater-Workshop Beteiligten (Trier Forum e.V., baukultur trier e.V, Hochschule Trier) ihre Empfehlungen für eine behutsame Sanierung, Modernisierung und Weiterentwicklung des Theaters als Grundlage für die weiteren Entscheidungen und für die Durchführung eines Architektenwettbewerbes formuliert und den städtischen Gremien sowie der Öffentlichkeit vorgelegt. Eine Zusammenfassung liegt als Broschüre vor. Dabei ging es vorrangig auch um die Suche nach einer intelligenten und verbesserten Verknüpfung des Theaters mit seinem Umfeld.

 

Bisher war dafür die Durchführung eines Architektenwettbewerbes von allen als selbstverständlich angenommen. Der Wettbewerb steht nun infrage. Eine Stellungnahme des Landes-Rechnungshofes an die Stadt ist dafür Anlass. Das überrascht. Die Sache des Rechnungshofes ist das Geld, die Ordnungsmäßigkeit seines Einsatzes und die Prüfung seiner Verwendung. Gut so! Beim Theater gehts jetzt aber um mehr: um Rücksicht auf die Entwicklung eines Stadtviertels, um die architektonisch-ästhetische Prägung ihrer Bauten, um Klärung der Funktionsabläufe zum Umfeld - und das ist nicht mehr Sache eines Rechnungshofes.

 

Der Verzicht auf die Durchführung eines Architektenwettbewerbes wäre ein Tiefschlag für das Theater und eine ungeheure Desavouierung der Bürgerbeteiligung. Schließlich war gerade das Gespräch der Bürger im Workshop ein markantes Zeichen von Gemeinwesen und Gemeinwohl. Eine weitere Nichtbeachtung der Workshopergebnisse - die erste erfolgte schon in Verbindung mit dem Wettbewerb für die Erweiterung des Humboldt-Gymnasiums - wäre ein kaum zu kittender Riss zwischen den politisch Verantwortlichen und den oben genannten Vereinen. In ihnen versuchen Bürger immer wieder neu, ehrenamtlich und  auf eigene Kosten Entwicklungen in dieser Stadt anzustoßen, zu unterstützen und im Vorfeld Bereitschaften zu entwickeln.

 

Ein Architektenwettbewerb fördert mehr als alle anderen Planungsschritte ein großes kreatives Potenzial verschiedener Möglichkeiten für die anstehenden Probleme zu Tage. Schließlich geht es über die Sanierung hinaus ja auch um die Einbindung des Theaters in sein Umfeld, um die Verknüpfung des Augustinerhofes mit der Hindenburgstraße, um eine Klärung der Eingangssituation, die Ausformung des Foyers und der Verköstigungssituation, um nur einige der Aufgabenfelder zu nennen. Da kann eine Vielzahl von Ideen zur Wahl nur hilfreich sein. Es gibt keinen Grund, darauf zu verzichten.

 

Das Trier Forum, der Verein baukultur trier und der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Trier tragen an die Verantwortlichen im Rathaus, vor allen an die Dezernenten für Kultur, Herrn Thomas Schmitt, und an den Baudezernenten, Herrn Andreas Ludwig, die dringende Bitte vor, auf die Chancen eines Architekten-Wettbewerbes nicht zu verzichten.

 

Eine Stellungnahme des Rechnungshofes kann die besondere Situation in Trier nicht im Blick haben. Seine Sorge ums Geld trägt jeder gerne mit. Aber anzunehmen, ohne Wettbewerb sei die Maßnahme Theater preisgünstiger, ist eine irreführende und völlig unlogische Annahme. Und zu beweisen schon gar nicht. Der Rechnungshof hat keine Weisungsbefugnis, kann Ratschläge geben, die Entscheider in unserer parlamentarischen Demokratie sind die Parlamente. Und deren Wähler sind die Bürger.

 

Trier Forum e.V.           baukultur trier e.V.            Campus Gestaltung  an der Hochschule Trier