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Anfang April 2015 in der Eberhardstraße: bunte Farbtupfer inmitten parkender Autoreihen. Primeln und Stiefmütterchen, ein Anwohner hat sie gepflanzt.

Immer mehr Privatleute verschönern ihr städtisches Umfeld durch eine Bepflanzung der sie umgebenen öffentlichen Flächen. Private Blumengrüße auf städtischem Grund: Darf Bürger das? Warum nicht, Primeln, Tulpen und Co schaden keinem.

 

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Foto: CK

 

Die auch als Guerilla Gardening bezeichnete „feindliche“ Übernahme nicht genutzter, unansehnlicher Brachflächen durch bunt Blühendes und grün Gedeihendes wird immer populärer. Selbst ökoterroristisch anmutende Samenbomben, ursprünglich in ihrem namentlichen Sinne als Überfallhilfe konzipiert, sind mittlerweile „legal“ käuflich zu erwerben. Verwunderlich bleibt die Herleitung der Begrifflichkeiten, stehen die Aktionen der Wort-Neuschöpfungen mit ihrem Ziel doch in krassem Gegensatz zu der inhaltlichen Aussage ihrer Quellen.

 

Die Begrünung der Stadt durch privates Engagement steht auch im Rathaus Trier auf der Agenda: Trier soll Gartenstadt werden. Vorbild ist die Stadt Andernach. Als „Essbare Stadt“ wird sie im Bodenatlas des Le Monde diplomatique sogar gleichrangig neben Bogotá, Singapur und Rotterdam in der Liste grüner Städte weltweit aufgeführt.

 

In Trier wurde 2013 eigens die Arbeitsgruppe „Urbanes Gärtnern“ gegründet. Mit Unterstützung bereits existierender öffentlicher Gartenprojekte wie z.B. die des Vereins Transition Trier e.V. und diverser Bürgerinitiativen vereinzelter Stadtteile zur Nutzung öffentlicher Flächen als Gemüse- und Blumenbeete soll das Urbane Gärtnern in Trier zu einem festen Bestandteil der Stadtplanung werden.

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Das Dach prägt nicht nur das Erscheinungsbild eines Gebäudes, sondern auch eines ganzen Quartiers. In Fachkreisen spricht man gerne auch von der fünften Fassade des Hauses oder im Falle der Dachlandschaften von der fünften Schauseite einer Stadt.

 

Fensterdach

Foto CK

 

Sicherlich, oftmals sind die Dächer in eng bebauten Städten nur aus wenigen Blickwinkeln und Erhöhungen in Gänze wahrnehmbar. Und auch ein schon mal von Denkmalpflegern bemühtes Argument, wie es bei optisch beeinträchtigenden Eingriffen in Dächer denn aussähe, wenn man über die Stadt fliege, scheint eher weit hergeholt als überzeugend.

 

Dennoch: Dachlandschaften sind prägender Bestandteil eines Stadt- oder Dorfbildes. Nicht umsonst ist der Begriff der Dachlandschaft ein feststehender Terminus in der Denkmalpflege. Dafür muss ein Einzelgebäude auch nicht unter Denkmalschutz stehen.

In dem Fall des hier zu sehenden Fensterdaches handelt es sich sogar um einen Neubau. Allerdings ein Neubau mit ehrwürdiger Nachbarschaft inmitten der historischen Altstadt und in unmittelbarer Nähe zu St. Gangolf, deren gotischer Turm im Zentrum Triers weit über alle Dächer hinausragt.

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Dieses Bild hat schon eine lange Tradition in der Kirchen- und Kunstgeschichte. Das Eichhörnchen als Symbol des Teufels, als Mahnung, dass sich hinter süßer Fassade durchaus Bitteres verbergen kann.

 

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Foto CK

 

Unser kleines Eichhörnchen sitzt auf einer Zwickelbemalung eines Seitenschiffgewölbes der Jesuitenkirche neben dem Priesterseminar. Mit ihrer Datierung in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts kann die Kirche dem Übergang von der Frühgotik zur Hochgotik zugeschrieben werden. Die farbenfrohen und rankenreichen Bemalungen der Gewölbezwickel sowie die farbliche Absetzung der Rippen entsprechen den für diese Zeit üblichen Innenraumgestaltungen.

 

Das Eichhörnchen ist jedoch weitaus jünger. Im Zuge der Anfang der 90er Jahre durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen haben die Restauratoren es unauffällig als Blüte getarnt in das Gewölbe gesetzt. Sie knüpften damit an eine durchaus übliche Handwerkergepflogenheit an: das Verstecken kleiner Botschaften und zweideutiger Anspielungen hoch oben an Kirchenfassaden oder in Kircheninnenräumen. Gerade in dem Skulpturenschmuck der ein oder anderen gotischen Kathedrale hat so mancher Steinmetz die Karikatur eines Bauherren oder ungeliebten Architekten in Stein gehauen.

 

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, besuchen Sie die Jesuitenkirche, tauchen Sie ein in eine Oase der Stille, genießen Sie den hellen, freundlichen Kirchenraum und schauen Sie hoch zu den bunten Ausmalungen der Gewölbe. Vielleicht entdeckten Sie noch mehr!? (CK)

 

 

Wenn man die A602 in Richtung Trier fährt, fällt einem kurz vor  der Ausfahrt Ehrang rechter Hand ein kunterbunter Kubus direkt ins Auge: das Trinkwasserpumpwerk der Verbandsgemeindewerke Schweich in Kenn.

 

Wasserpumpwerk klein

Foto Verbandsgemeindewerke Schweich

 

 

Viele Jahre stand es dort eher unauffällig am Autobahnrand. 2014 wurde das 1978 am Rand der Kenner Flur errichtete Pumpwerk saniert und wegen des Hochwasserschutzes um ein Stockwerk erhöht. Da stand der kleine Quadratbau nun, in einem monochromen Grau gehalten, weiterhin eher unauffällig. Die Betreiber des Pumpwerks stellten sich allerdings die leider berechtigte Frage, ob das Gebäude vielleicht irgendwann einmal Opfer wilder Sprayer-Attacken werden könnte. Die Lösung war schnell gefunden: man müsse den Sprayern einfach zuvorkommen.

Und so wurde die Idee geboren, einen Graffitiworkshop durchzuführen. Unter dem Motto „Wir sprayen ein Haus!“ haben Jugendliche im Rahmen einer vom Kinder- und Jugendbüro der Verbandsgemeinde Schweich organisierten Ferienfreizeit das Pumpwerk letztes Jahr mit viel Farbe neu gestaltet.

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Sieht so aus, als würde ein denkmalwertes Tor per Lkw frei Haus geliefert. Tatsache ist, dass dieses Tor, das Entree zum Bereich der ehem. Abtei St. Maximin, täglich von Lieferanten-Lkws durchfahren wird. Besorgen Sie sich die Anlieferungszeiten und Sie können das Schauspiel verfolgen, wie die Lkws Millimeter für Millimeter förmlich durchkriechen. Und hie und da geht’s auch nicht ohne Schrammen, am Lkw und am Denkmal.

 

Foto AP

 

Eigentlich ein unhaltbarer Zustand! Handelt es sich doch um ein denkmalgeschütztes Bauwerk, immerhin dem barocken Baumeister Christian Kretschmar zuzuschreiben (dem Erbauer der Mettlacher Benediktinerabtei, heute V&B). Der Torbogen zeigt im oberen Bereich ein Abtswappen mit dem doppelköpfigen schwarzen Adler, dem Wappentier der Maximiner.

Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt: mitten im Wohn- und Schulviertel liegt ein Lebensmittel- und Getränkegroßhändler, einzige Zufahrt über die Maximinerstraße dur

ch das besagte Tor. Die Straße dahinter gehört gleich mehreren Eigentümern, weshalb sich auch keiner darum kümmert und so sieht sie auch aus. Die angedachten Lösungen durch Verlegung des Betriebes in einen der angesehenen Industrieparks oder eine Änderung der Zufahrtsmöglichkeit bleiben seit Jahren ohne Erfolg.

Dabei hätten alle nur Vorteile: der Betrieb durch zeitsparende und damit wirtschaftlichere Z

u- und Abfahrten, die benachbarte Schule durch einen beruhigten und weniger gefährdeten Außenbereich, die Fußgänger auf ihrem Weg aus dem Bereich Pa

ulinstraße quer durch zum Bahnhof und das Tor in frischer Luft und ohne Ängste vor den vorbei schrappenden Lkws.

Synergieeffekte nennt man das heute. (AP)

 

 

Schau mal! Was sehen Sie? Nein, nicht der großflächige Putzschaden, schauen Sie genau hin!

Glas! In bunten Farben, genauer gesagt, Glascontainer in bunten Farben.

Die Bleiverglasungen der im gotischen Stil geformten Lanzett-Drillingsfenster dahinter können wir leider nicht sehen.

 

Fetzenreich Dez14 Foto CK

 

Diese Fenster gehören zu dem Mittelteil des heutigen Hauses Fetzenreich am Rindertanzplatz, einem aus mehreren Gebäuden bestehenden ehemaligen Stadthof, dessen Teilbereiche bis auf 600 Jahre rückdatierbar sind. Immerhin: Die Container reihen sich mehr oder minder harmonisch in die für die Renaissance typischen horizontalbetonten Fensterflächen der Fassade ein.

 

Auf Nachfrage bei der A.R.T. Trier heißt es, dass ihnen und den Zuständigen des Ortsbezirks sowie der Stadt durchaus bewusst sei, dass der Platz für die Glascontainer unglücklich sei.

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Einen Adventskalender besonderer Art kann man in Kernscheid bewundern.

 

Fenster beschnittenKernscheid Adventskalender 2014

 

 Seit drei Jahren organisiert Elke Kretzer dort in Zusammenarbeit mit ansässigen Familien und der KiTa St. Katharina den erlebbaren Adventskalender. 24 Tage lang laden weihnachtlich geschmückte Fenster zum Bestaunen, Verweilen und gesellschaftlichem Beisammensein ein. Manchmal gibt es Glühwein und Plätzchen, manchmal wird ein Gedicht vorgelesen oder gesungen. Am Nikolaustag wird gemeinsam ein Baum geschmückt.

 

„Manch ein Kernscheider hat hier schon die ein oder andere Bekanntschaft mit Nachbarn gemacht, die er wohl sonst nicht gemacht hätte“ stellt Elke Kretzer erfreut fest.

 

Advent, hergeleitet von dem lateinischen adventus, der Ankunft (des Herrn), kann hier wörtlich genommen werden. Nachbarn und auch „Nicht Nachbarn“ sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen und teilzuhaben, wenn sich täglich ein anderes Fenster öffnet.

Ein schönes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements.

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...nein, das natürlich nicht, denn alle Züge am Bahnhof Trier-Ehrang haben schließlich ein Ziel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto JF)

 

Aber es führt ein Weg nach nirgendwo. Zumindest seit Abbruch und (provisorischer) Erneuerung der sogenannten Pfeiffersbrücke im letzten Jahr. Denn wie die Brücke musste auch der von ihr zur Ehranger Straße führende Fußgängersteg wegen starker Schäden demontiert werden. Anders als die dem Autoverkehr dienende Brücke selbst jedoch ersatzlos, so dass sein Treppenaufgang seither ins Nirgendwo führt, auch wenn er während des Wahlkampfs für die Trierer OB-Wahl noch als Träger für ein einsames Plakat diente.

Der Ersatz des Fußgängersteges ist dabei ungewiss- eine Initiative von Ehranger Bürgern und des dortigen Ortsbeirates möchte dies zwar erreichen, doch die für den Bau Verantwortlichen sehen die Sache wohl pessimistischer: Das sorgfältig lackierte Geländer, das als Sperre am oberen Ende der ins Nichts führenden Treppe montiert wurde ist jedenfalls sorgfältig lackiert und damit für einige Jahre vor Rost geschützt.

Wie lange aber der aus verschiedenfarbigem Sandstein errichtete und in Jugendstilformen gestaltete Treppenaufgang erhalten bleiben würde wenn er endgültig keine Funktion mehr hätte, ist fraglich.

 

Auch wenn der Treppenaufgang sicher nicht ein so bedeutendes Denkmal ist wie der nahgelegene, auch nicht gerade gepflegte Ehranger Bahnhof (sein Architekt, Julius Carl Raschdorff sollte später den Berliner Dom entwerfen), so wäre es doch wünschenswert, ihn zu erhalten - damit in Zukunft auch für Fußgänger der Weg nicht mehr ins Nirgendwo führt. (JF)

 

„Neubau statt Sanierung“ das ist kein neues Theaterstück, das sind ernst gemeinte Voten für den Umgang mit dem Theatergebäude. Sie sind immer lauter zu hören. Und von München schallt das Echo – natürlich – gleichlautend zurück (Dr. Kindermann).

Aber mal langsam. In Trier wurde schon einmal etwas auf die Schnelle kaputt gerechnet – und dann war die Treveris weg! Und ganz so schlecht ist der Theaterbau ja auch nicht: 1964 nach einem preisgekrönten Entwurf von G. Graubner. Zunächst gilt auch hier der philosophische Grundsatz: Im Zweifelsfall hat das Bestehende das Vorrecht! Und Zweifel an den bisher veröffentlichten Zahlen sind  angebracht: 20 Mio Sanierung – 30 Mio Neubau??, zweimal ein Fragezeichen.

Deshalb ein paar Fragen und Gedanken: Gibt es die Kostenberechnung für eine Sanierung und wenn ja, könnte die nicht im Internet stehen, für alle nachvollziehbar? Wie wär’s mit einer kleinen Gruppe unabhängiger Architekten und Ingenieure, die das konstruktiv und energetisch Notwendige und Wünschenswerte einmal einkreisen und sich mit Alternativen herantasten? Was ist an Dispensen von Bauverordnungen möglich?, ein nicht zu unterschätzender Kosten-Senkungs-Faktor. Dazu brauchts natürlich Erfahrung und Mut.   

Die Saarbrücker laden jetzt in einer ähnlich gelagerten Frage (Pingusson-Bau 1954) zu einem zweitägigen Workshop ein,  professionell und inderdisziplinär besetzt, im Gebäude, offen für alle, nachdenken, querdenken, Bürgerbeteiligung pur.

Das wär für Trier noch einzuüben, Bürgerbeteiligung direkt. Einmal war das hervorragend gelungen, 2006 auf der Suche nach Perspektiven für den Bahnhofs- und Maximinbereich.  Leider wanderten die Ergebnisse dann in den Schubladen ganz unten, bei manchem im Papierkorb.

Wär ja noch eine Messlatte für die neuen Oberbürgermeisterkandidaten: Wie halten Sie es mit direkten Bürgerbeteiligungen, Bsp. Theater?

(AP)

 

Theater Trier II Fto Peitz

Foto AP

 

Mit seiner Gründerzeitenbebauung stellt die Ecke Eberhardstraße/Weidegasse in Trier Süd einen Lichtblick städtischer Architekturlandschaft dar. Seit geraumer Zeit wird der in früheren Zeiten von abgestellten Zweirädern dominierte Zwickel durch eine außergewöhnliche Lebenskultur aufgewertet.

Kommt man auf den von einer Linde überdachten Platz, wird man von einem kleinen Kulturraum-Paradies überrascht. Ehemals kahle, kühle Metallstühle laden auf bunten Polstern zum Verweilen ein, ein stoffummantelter Stromkasten animiert zum Büchertausch, eine Hollywoodschaukel beschwingt den Plausch zwischen Nachbarn.

Zu verdanken ist dieses Kleinod der Initiative dreier direkt an dem Platz wohnender Künstler, namentlich Jochen Leuf, Aline Pichon und Toby Urban

Das Phänomen, dass Stadtbewohner es sich vor ihrer Wohnung an der Straße auf Sofas und an Kaffeetischen gemütlich machen, lässt sich auch andernorts sichten. Immer mehr Menschen zieht es nach draußen, gerade an warmen Tagen. So entstehen neue Formen des Zusammenlebens, vergleichbar mit den südlichen Ländern, in denen sich schon immer der Großteil des Lebens außerhalb der vier Wände abspielte.

Und wenn man Glück hat, erlebt man den kleinen Platz in manch warmer Nacht, liebevoll beleuchtet, den Anwohnern die Gelegenheit bietend, gemeinsam bei einem Glas Wein oder einer Flasche Stubbi die lauen Sommernächte vor der Tür zu genießen.

 

Tolle Idee! Mehr davon!

(CK)

 

Linde

 Foto CK