Trier Forum e.V.
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Waren zuvor die wenigen, aber außerordentlich produktiven Jahre um 1900 ins Auge gefasst worden, so sollte in dieser Vortragsreihe „ein Jahrhundert besichtigt“ werden. Dieses Jahrhundert ist zunächst geprägt durch die Zäsuren der beiden Weltkriege, die gerade in baukulturellen Bereichen zu einem weitgehenden Stillstand geführt hatten.

Aufbruch war kennzeichnend für die Folgezeit. Für die Jahrzehnte nach dem ersten Krieg stehen in der Veranstaltungsreihe zwei Bauwerke, die neue, wenn auch divergierende Tendenzen zeigen. Die ehemalige Handwerkskammer übernimmt expressive Ausdrucksformen, wie sie in den bildenden Künsten vorgebildet waren. Die Kirche Str. Bonifatius erweckt Assoziationen zu der Reformbewegung des Bauhauses. Die in diesen Bauwerken sich abzeichnenden Entwicklungslinien brachen zunächst ab, als 1933 bornierte Ideologen an die Macht kamen. Abbrechen sollte nach ihren Vorstellungen auch die zweitausendjährige Geschichte jüdischen Lebens in unserem Land. Die neue Synagoge, dokumentierte eindrucksvoll und in erstaunlich kurzer Zeit nach Untergang des Dritten Reiches, dass dies letztlich nicht gelungen ist. Zugleich zeugt die Synagoge  für den erneuten Aufbruch nach dem zweiten Weltkrieg.

 

Abbruch, im Wortsinn, war angesagt in den mittleren Jahrzehnten des Jahrhunderts. Prolog war die Brandgassenaktion von 1944, die einen enormen Eingriff in das mittelalterliche Gefüge der alten Stadt mit sich brachte. Nach dem Krieg wurden die vom Bombenkrieg hinterlassenen Ruinen abgeräumt, in nicht wenigen Fällen auch dann, wenn eine Wiederherstellung möglich gewesen wäre. Vieles ging so verloren. Bedeutendes konnte aber auch wiedergewonnen werden, insbesondere der für Trier so wichtige Steipenbering, dessen heftig diskutierte Rekonstruktion ein Vortrag behandelt. Anderes konnte durch Verbindung von alt und neu vor dem Abbruch gerettet werden, so z.B. Teile von St. Gervasius beim Neubau des Angela-Merici-Gymnasium.

Umbruch, von der Nachkriegszeit zur Gegenwart, kommt nirgendwo so deutlich zum Ausdruck wie bei dem Universitätscampus, mit dessen Errichtung die alte Stadt und die alten Wege verlassen wurden.

Vorträge

Expressive Formen und neue Werkstoffe – das Handwerkskammergebäude in der Sichelstraße (Dr. Jens Fachbach)

„Bauhaus“ in Trier? – Die Pfarrkirche St. Bonifatius in Kürenz: Architekt Fritz Thoma (Prof. Dr. Franz Ronig)

Trierer Zeitgeist und Architektur – Ein Jahrhundert wird besichtigt (Dr. Karl-August Heise)

Der Davidstern hat wieder eine Platz in Trier – Die Synagoge des Architekten Alfons Leitl, ein Bauwerk der 50er Jahre (Peter Szemere, Daniel Thull)

Eine Zukunft für unsere Vergangenheit – Neubau oder Rekonstruktion kriegszerstörter bauten: Die Steipengruppe in Trier (Folker Schlottmann)

Zerstörung als Herausforderung – Alte und neue Bausubstanz im Angela-Merici-Gymnasium an der Neustrasse in Trier (Prof- Alois Peitz)

Aufbruch auf der Tarforster Höhe – das Baukonzept des Universitätscampus Trier (Konrad Müller)